Unsere Kirche

KirchengebaeudeNach einjähriger Bautätigkeit wurde die Cantate-Kirche am 5. Mai 1985 eingeweiht. Der Name der Kirche hat seinen Ursprung im 98. Psalm:

„Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“

Bei der Gestaltung der Cantate-Kirche sollten folgende zwei theologische Vorstellungen verwirklicht werden: Zum einen sollte sie „Weg-Kirche“ sein nach dem Motto: „Wir sind unterwegs zu Gott, wir richten uns nach ihm aus, wir schauen nach vorne dem Licht entgegen.“ Zum anderen aber ist es auch wichtig, dass sie „Ort-Kirche“ ist, nach dem Motto: „Gott ist unter uns, Gott wird im Dialog der Gemeinde erfahren, wir gehören zusammen.“

Aus einem Wettbewerb, zu dem acht Architekten eingeladen waren, gingen Franz Lichtblau und Ludwig Bauer aus München mit ihrem Entwurf als Sieger hervor.

BauplanDa die Gemeinde den Kirchenbau traditionell nach Osten ausgerichtet haben wollte, wurde der Baukörper der Kirche aus den übrigen Gebäudeteilen ausgeschwenkt. Am Drehpunkt, dem höchsten Punkt der Anlage, steht der 14 Meter hohe Kirchturm, der mit einem vergoldeten Bronzekreuz gleichsam das Portal zur Kirche bildet.

KreuzDas Kreuz, das von der Firma Manfred Bergmeister in Ebersberg gefertigt wurde, soll in seiner organischen Formensprache einen auffallenden Kontrast zu den Baukörpern bilden. Wie eine Blume geht es über dem Menschenwerk auf und hebt Jesus Christus als Hausherrn hervor.

Die sich einander zuneigenden Dachflächen des Kirchenraums fallen, den Raum verdichtend, zum Altar hin ab, während im hohen Eckteil die Empore eingezogen ist. Die Decke erinnert an zwei große Flügel und damit an einen Vers aus dem 57. Psalm: „Gott, unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht.“

Den um eine Stufe erhöhten Altarbereich hat der Künstler Hubert Distler aus Wildenroth ausgestaltet. Altar, Ambo und Taufstein sind als schlichtes gekalktes Mauerwerk mit massivem Eichenholzaufsatz ausgeführt. Damit entsprechen sie der Formensprache des Kirchenraums.

AltarkreuzAls Vorlage für das große mit Blattsilber belegte Holzkreuz über dem Altar dienten Hubert Distler volkstümliche Kreuze. Einen Teil des Kreuzes bildet Jesus selbst. Er hat seine Arme weit ausgebreitet, als wolle er die Gemeinde umschließen. Darunter sind zwei Gestalten angedeutet. Es könnten Maria und der Lieblingsjünger Johannes sein, die unter dem Kreuz standen, als Jesus starb. Es könnte aber auch jeder sein, der den Gottesdienst besucht.

Hinter dem Altar leuchtet ein ebenfalls von dem Künstler Hubert Distler entworfenes schmales Farbfenster in Bleitechnik, das von der Firma Sattler in Scheuring angefertigt wurde. Das in den Farben Rot, Orange und Gelb gehaltene Fenster symbolisiert das Osterereignis. Der am Fuß des Fensters angedeutete Weg führt aus dem Dunkel des Grabes hinauf ins Licht. Die Ostersonne umschließt als weißer in den Putz gemalter Kreis das Osterfenster, das an sonnigen Tagen das Licht in den Altarraum strahlen lässt.

FensterAuch das Fenster über dem Taufstein hat der Künstler Hubert Distler gestaltet. Von allen vier Seiten strömt das Wasser aus dem Quadrat in der Mitte heraus. Damit wird angedeutet, dass durch das Wasser der Taufe alle Menschen der Welt miteinander verbunden sind. Die rote Farbe erinnert an den Heiligen Geist, in dessen Namen getauft wird und der das neue Leben schenkt. Sie lässt aber auch an roten Wein denken und verbindet so das Sakrament der Taufe mit dem Sakrament des Abendmahls.

Auch das in der Kirche umlaufende Putzband, das sechs figürliche Darstellungen in Sgraffitotechnik zeigt, wurde von dem Künstler gestaltet. Fünf davon beziehen sich auf die von Pfarrer Andreas Hildmann gedichtete und von Helmut Lammel vertonte „Kirchheimer Cantate“, die zur Einweihung der Cantate-Kirche aufgeführt wurde. Das Bild an der Emporenbrüstung stellt Jesus Christus als das Lamm Gottes dar mit einem siebenfach versiegelten Buch.

Mit der Fertigung der Vasa Sacra wurde der Silberschmid Professor Hermann Jünger aus Pöring beauftragt. Er nahm die kristalline Formgebung des Kirchenbaues auf und führte Kelch, Weinkanne, Taufkanne und Hostiendose in sechseckiger Form aus. Das Altarkreuz und die drei dazugehörenden Leuchter wurden von dem Bildhauer Karlheinz Hoffmann aus Wieling gestaltet.

SpatenstichDer Kirchenraum wird durch große Fenster erhellt. Er bietet 200 Besuchern Platz und kann durch den rückwärtigen Gemeindesaal erweitert werden. Die Kirche ist in Massivbauweise ausgeführt, außen und innen weiß verputzt.

Die drei Glocken, gegossen von der Firma Perner in Passau, sind eine Stiftung der politischen Gemeinde. Die kleine Glocke trägt die Bezeichnung „Hoffnung“, die mittlere die Bezeichnung „Glaube“ und die große die Bezeichnung „Liebe“.

OrgelBis zur Fertigstellung der Orgel, gebaut von der Firma Staller in Grafing, sollte es noch 12 Jahre dauern. Am 2. Adventsonntag 1997 wurde sie eingeweiht. Die Orgel besitzt zwei Manuale und ein Pedalwerk. Auf den Windladen der Manuale sind jeweils fünf Register angebracht, auf der Pedallade stehen drei Register.

Susanne Kießling-Prinz, Pfarrerin